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Die Klosterkirche in Aura/Saale

Eine kurze Einführung für den Besucher und Wissenswertes für den Auraer Bürger

„In der Mitte eines Halbkreises, den die Fränkische Saale von Euerdorf bis Trimberg in nördlicher Richtung beschreibt, liegt das freundliche Pfarrdorf Aura, 1/2 Stunde von Euerdorf 1 1/2 Stunden von dem Badeorte Kissingen und 2 1/2 Stunden von Hammelburg entfernt. Dasselbe wird durch die Saale in zwei ungleiche Theile geschieden; der größere Theil liegt links und der kleinere rechts der Saale, und beide sind durch eine mit vier Bogen versehene Brücke über dieselbe miteinander verbunden." So beschreibt Reininger 1862 als Einleitung in seinem geschichtlichen Abriss über die Benediktiner-Abtei die Lage der Gemeinde Aura/Saale.

Auch heute, nach 140 Jahren, sind die beiden "ungleichen Theile“ das Charakteristikum des Dorfes geblieben. Der links der Saale gelegene Ortsteil verkörpert eine moderne zeitgemäße Gemeinde mit allen dazugehörigen Attributen: Sportanlage mit Tennisplätzen, Festhalle, Schule, Kindergarten, ja selbst auf ein Schwimmbad brauchen die Bürger der kleinsten selbständigen Gemeinde des Landkreises nicht verzichten. Im rechts der Saale gelegenen Ortsteil sind allerdings die historischen Wurzeln der Gemeinde zu finden, weithin sichtbar auf dem Südhang der Vorrhön erhebt sich das Wahrzeichen des Dorfes, die alte Klosterkirche, ein Restteil einer ehemals würdigen Benediktiner-Abtei. Sie verkörpert die reiche Vergangenheit und ist nach Meinung von Kunstkennern ein einzigartiges Schmuckkästlein im Saaletal.

Das Gebiet um Aura gehörte zu Beginn des 12. Jahrhunderts dem Bistum Bamberg an. Und so war es der Bischof Otto von Bamberg, der an Stelle der aufgelassenen Burg des früheren Herzogs Ernst im Jahre 1108 dem ersten Abt des Klosters, Ekkehardus von Aura, den Auftrag gab, das alte „Castell von Aura einem frommen Zwecke zuzuwenden“, nämlich ein Kloster aufzubauen. Ekkehardus war übrigens einer der bedeutendsten Geschichts-Schreiber seiner Zeit, ein hochgebildeter und weitgereister Mönch, Der Auraer Güterbesitz des Bamberger Bischofs stand in unmittelbarer Nähe zu fremden Territorien, im Westen grenzte die Abtei Fulda und im Süden das Würzburger Bistum an. So dürfte nicht nur der „fromme Zweck“ die Intention für einen Klosterbau gewesen sein, sondern insbesondere handfeste politische Interessen, nämlich das Gebiet zu sichern und wenn möglich auszuweiten. 1113 wurde die Kirche dem Hl. Laurentius und dem Hl. Georg geweiht. Neuere Untersuchungen der damals verwendeten Gerüsthölzer haben ergeben, dass die Kirche in den Jahren 1115 bis 1118 aber noch im Bau war, sie wurde also erst nach der Einweihung fertiggestellt.

Die Geschichte des Klosters ist hier in der geforderten Kürze schnell erzählt. Seine Blütezeit erlebte das Kloster im 15.Jahrhundert. Wie aus vielen Urkunden hervorgeht hatte das Kloster weitreichende Besitzungen und viele Mönche müssen damals dem Konvent angehört haben. In der Notzeit der Bauernkriege wurde im Jahre 1525 das Kloster vom „Auraer Haufen“ geplündert. Zur Ehrenrettung des Ortsnamens sei gesagt, dass es sich hier um aufgebrachte Bauern aus Kissingen und seiner Nachbarschaft handelte, die unter Leitung des Pfarrers Wüst das Kloster zerstörten. Dieser aber machte offenbar seinem Namen alle Ehre, denn das Kloster hat sich von diesem Schlag nie mehr richtig erholt. Zunehmende wirtschaftliche Schwierigkeiten zwangen die Mönche, viele ihrer Güter zu veräußern. Die finanziellen Verhältnisse waren, wie Abt Leonhard berichtet, katastrophal: "...das Kloster habe jährlich nur ein geringes Einkommen; mit welchem er (Abt Leonhard) die Haushaltung  nicht fortführen könne; es sei mit Schulden überladen und seine Güter versetzt; die Außenstände könnten nicht eingetrieben werden, und es sei nichts mehr zu versetzen oder zu verkaufen, als zwei geringe Waldungen ..." Im Jahre 1564 wurde dann endgültig der Schluss-Strich gezogen und das Kloster aufgelöst.

Die ursprüngliche Klosteranlage mit Kirche muss ein imposantes Bauwerk gewesen sein. Der Gebäudekomplex bildete ein geschlossenes Viereck, dessen Südseite die Kirche bildete, während die übrigen drei Seiten von Klostergebäuden abgeschlossen wurden. Vom Kloster selbst ist heute wenig erhalten, der Kirche selbst wurde vergleichsweise ein besseres Schicksal zuteil.

Die Rekonstruktion des Grundrisses zeigt dass, es sich um eine dreischiffige romanische Basilika handelt, der sich ursprünglich im Westen ein Querschiff anschloss und im Osten am Altarraum drei halbrunde romanische Apsiden.

Weiterhin gehörten zum ursprünglichen Bau zwei Türme, die an der Ostseite des Kirchengebäudes angebracht waren. In regionaler Hinsicht und innerhalb der dreißig von Bichof Otto erbauten Kirchen nimmt die Auraer Kirche eine Sonderstellung ein. So fehlt für die „Ottokirchen“ das typische östliche Querhaus und Aura zeigt den sogenannten „Sächsischen Stützenwechsel“: Nach zwei runden Säulen, die heute quadratisch ummauert sind, folgt ein quadratischer Pfeiler.

Sucht man nach der Herkunft oder dem Vorbild dieser Anlage so findet man entsprechende Grundrissformen weder im nahegelegenen Würzburg und dem umgebenden unterfränkischen Raum, noch im eigentlich Bistumssitz in Bamberg. Über Bischof Otto und seine Biographie gelangen wir in die altbayerischen Regionen, namentlich Regensburg, wo die durchgehend dreischiffige Basilika zahlreich auftritt und ins Ende des 12. Jahrhunderts weite Verbreitung findet. Auf die Anregung des Bischofs hin wurde nun vermutlich eine in Altbayern bekannte, für Franken aber ungewöhnliche und seltene Grundrissanlage in Aura realisiert, die sich deutlich vom Umfeld abhebt, vermutlich sogar bewusst abheben sollte.

Die ersten Umbauten erfuhr die Klosterkirche im Jahre 1690, also ca. 100 Jahre nach Auflösung des Klosters, als Aura selbständige Pfarrei wurde. Bereits 1669 wurde die Kirche als „gar alt und an allen Orten schadhaft und bawfellig“ bezeichnet. Auf Befehl des Fürstbischofs soll der „unnötige Anhang der alten Klosterkirche“ abgebrochen und nur mehr der für die Gemeinden Aura und Wittershausen zum Gottesdienst nötige Raum übriggelassen werden. Damit verschwanden das westliche Querschiff und die halbrunden romanischen Apsiden. Die Türme waren wohl schon eingefallen, denn mit ihren Steinen konnten der neue Turm und das Pfarrhaus unterhalb der Kirche errichtet werden. Das Kirchenboden wurde um beträchtliches aufgeschüttet (s. Abbildung 2) und die Rundsäulen zur Stabilisierung  quadratisch ummauert. Unter den Mauersteinen verschwanden auch die romanischen Kapitelle, wovon wieder zwei teilweise für die Blicke der Besucher freigelegt sind. Zu dieser Zeit muss die Kirche auch das Chorgestühl und die Kanzel erhalten haben. Über die damalige Innenausstattung ist sehr wenig bekannt, doch dürfte sie sehr dürftig gewesen sein. Demgemäss wurde sie auch bald darauf renoviert und erhielt 1720 die heutige Barockausstattung.

So wurde bis zum Ende des 17. Jahrhunderts die Kirche auf den heutigen Grundriss verkleinert:

250 Jahre später hatte das Gebäude mittlerweile so gelitten, dass sich 1975 der damalige Pfarrer Josef Baumgart entschloss mit umfangreichen Renovierungsarbeiten zu beginnen, den wertvollen Bau zu restaurieren und ihn in seinem ursprünglichen Glanz erstrahlen zu lassen. Diese Arbeiten wurden sehr sachgemäß ausgeführt und können als überaus gelungen betrachtet werden. Zur Einweihung wird im Sonntagsblatt der Diözese Würzburg von E.F.Rhein die renovierte Innenausstattung und ihre Atmosphäre sehr treffend beschrieben: „Der chorfüllende Altar erhielt eine warmbraune, marmorierte Fassung, die vier überlebensgroßen, das Altarblatt flankierenden Heiligenfiguren - St. Laurentius, St. Kilian, St. Aquilinus und St. Burkhard - eine Fassung in Weiß und Gold.

Sehr hübsch sind die beiden niedrigen kompakte Nebenaltärchen im Mittelschiff, ebenfalls braun gefasst, in deren feinfarbig gelästerte Altarnischchen die zierlichen Figuren des hl. Johannes von Nepomuk und des hl. Sebastian stehen.

Der Altar des linken Seitenschiffs ist eine einfache Arbeit in streng klassisch-geometrischer Form schwarz gefasst, wobei einzelne Teile aus Ebenholz gefertigt sind. Als Altar der Armen-Seelen-Bruderschaft, die im Rhön-Grabfeld-Gebiet stark vertreten ist, erinnert er an die Schlacht vom 10. Juli 1866 zwischen Preußen und Bayern. Originell sind die zartfarbigen Bilder, die dem Retabel aufgesetzt sind. Das rechte Seitenschiff schmückt ein Marienaltar mit einer barocken Prozessionsmadonna hinter bleiverglasten Türen. Bemerkenswert sind auch die restaurieren großformatigen Heiligenbilder im Langhaus, sowie die in alten Formen nachgebaute neue Orgel, die im geheimnisvollen indirekten Licht erstrahlt.

Die besondere Kostbarkeit der Kirche sind jedoch die zahlreichen Heiligenfiguren an den Pfeilern, fast alle in Weiß und Gold gefasst, zumeist einfachere Arbeiten, ob ihrer Zierlichkeit jedoch außerordentlich gut in dieses schmale, hohe Gotteshaus passend. Unter ihnen sticht ein spätgotischer St. Urban hervor und weist auf den Weinbau hin, den die Benediktinermönche hier heimisch gemacht haben dürften.“

Wenn man von Euerdorf mit dem PKW kommend Richtung Aura fährt, so grüßt schon von weitem der barock behelmte Turm der alten Kirche des ehemaligen Benediktinerklosters. Den Besucher sei geraten, sein Auto an der Saalebrücke zu parken und am Rathaus vorbei den alten, steilen Kirchweg hoch zulaufen, die Geschäftigkeit des Alltags im Tale zu lassen und sich von der Vergangenheit gleichsam einfangen zu lassen. Bevor man die letzte steile Treppe emporsteigt, ist ein Blick zurück über das Saaletal lohnenswert. Oberhalb der Treppe auf der Mauer trifft man auf sechs spitzbogigen Arkaden. Es sind teils restaurierte Reste des ehemaligen Kreuzganges und wurden ob Ihrer besserer Wirksamkeit hier aufgestellt. Wenn der Besucher dann den Kirchenraum betritt, wird ihn sofort die einzigartig herbe Schönheit des Raumes beeindrucken. Man sollte sich Zeit lassen, den massiven romanischen Bau und den schlichten, ja derben Barock auf sich wirken lassen. Die angenehmen Sichtverhältnisse, die beruhigenden Farben der Altäre und die Stille machen nachdenklich und lassen den benediktinischen Geist spüren, der sich vor Jahrhunderten in diesen Räumen ausbreitete.

(Hammerl Josef)

 

Literatur:

Felix Mader, Kunstdenkmäler in Bayern
R. Reiniger, Die Benediktiner Abtei zu Aura
Andrea Fink, Vortrag am 13.07.1999 in Aura/Saale
E.F. Rhein, Die Klosterkirche zu Aura/Saale (Sonntagsblatt der Diözese Würzburg)